#3 – Countdown – Nine

NINE…

Der Countdown läuft weiter. Wir zählen Neun. Das tat auch Trudy Pitts mit Count Nine vom Album „These Blues of Mine“. Frau Pitts war eine der Organistinnen, die in den 60er Jahren Teil der Hammond B-3-Welle waren, die vor allem durch Jimmy Smith angestoßen worden war. Weitere Organistinnen zu der Zeit waren Gloria Coleman, Rhoda Scott und Shirley Scott.

Auf Count Nine spielen:

  • Trudy Pitts: Hammond B-3
  • Pat Martino: Gitarre
  • Bill Carney: Schlagzeuger (und Ehemann von Trudy Pitts)

Das Stück ist strikt im 9/12 Rhythmus gehalten, daher der Songtitel. Die Aufnahme entstand am 21. September 1967, etwa 6 Wochen vor dem ersten Start der Saturn-V-Rakete bei der Mission Apollo 4, der frühen Phase des Mondlandeprogramms der USA.

NASA Dokumentation über die Apollo 4 Mission

Etwa zur gleichen Zeit ist Sun Ra mit seiner Rocket #9 schon zur Venus geflogen, zumindest musikalisch. Kaum ein anderer Musiker des Jazz spaltete Publikum und Kritik so, wie der selbst ernannte Saturn-Bewohner, der einfach so durch den Weltraum düste…

Mit dem Repertoire von Sun Ra könnte man eine eigene Space-Flight-Reihe betreiben, bei Titeln wie „Next Stop Mars“, „We Travel The Spaceways“, „Starships and Solarboats“ oder „Journey to Saturn“. Einiges davon ist allerdings ziemlich wilder Free Jazz. Rocket #9 erschien zuerst in einer Lo-Fi-Aufnahme als Single auf Saturn Records (wo sonst?). Es spielte das Outer Space Arkestra in der vermutlichen Besetzung:

  • Jothan Callins: Flügelhorn, Gesang
  • Marshall Allen: Altsaxophon, Gesang
  • Danny Davis: Querflöte, Gesang
  • John Gilmore: Tenorsaxophon, Gesang
  • Pat Patrick: Baritonsaxophon
  • Sun Ra: Elektronische Celeste
  • Clifford Jarvis: Schlagzeug
Abbildung etwas irreführend. Aufnahme ist von 1967.

Im selben Jahr erschien auch eine längere und schnellere Version auf dem Album“Interstellar Low Ways“:

1972 erschien der Song nochmal auf dem Album „Space Is The Place“ auf dem damals im modernen Jazz führenden Label Impulse, wodurch er wohl etwas bekannter wurde. Dann legte Rocket #9 eine völlig unerwartete zweite Karriere hin.

Denn 40 Jahre später nahm dann das französische Elektro-Pop-Duo Zombie Zombie eine Dancefloor-Version von Rocket #9 auf:

Das wiederum inspirierte Lady Gaga zu „Venus“ auf ihrem „ARTPOP“-Album (wo sie Samples aus einer Zombie Zombie Remix-Version benutzt, in den Credits allerdings auch Sun Ra nennt).

English Version

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