#32 – Uranus

Uranus-Aufnahme des Hubble-Teleskops

Uranus ist, von der Sonne aus gesehen, der siebte Planet. Er wurde 1781 von Wilhelm Herschel entdeckt und von diesem nach seinem Mäzen König George III. benannt (Georgium Sidus – Georgs Stern). Der Name war aber außerhalb Britanniens unbeliebt. 1782 schlug der Astronom Johann Elert Bode den Name Uranus vor, nach dem griechischen Himmelsgott Uranos. Der Name setzte sich schließlich Mitte des 19. Jahrhunderts universell durch.
Uranus ist von der Erde aus mit bloßem Auge kaum zu sehen. Mit fast 3 Milliarden Kilometern Abstand hat er etwa die doppelte Entfernung zur Sonne wie der nächst innere Planet Saturn. Für eine Sonnenumrundung braucht er 84 Jahre. Aufgrund von Eisvorkommen im Inneren werden Uranus und Neptun auch „Eisriesen“ genannt. Im sichtbaren Spektrum zeigt Uranus fast keine Oberflächendetails. Alle paar Jahre taucht mal ein heller oder dunkler Fleck auf, das sind dann langlebige Wirbelstürme. Der Uranus hat wie der Saturn ein Ringsystem, das erst 1977 entdeckt wurde, da es wesentlich schwächer ausgeprägt ist. Im Durchschnitt sind die Teilchen zwar größer als die der Saturnringe, in der Gesamtzahl sind sie hingegen viel weniger.

John Handy wurde 1933 geboren und ist somit schon älter als ein Uranus-Jahr. In den 50er und 60er Jahren spielte er öfter mit Charles Mingus. Er trat auch als Solist in der Klassik und in einer Oper von Gunther Schuller auf. In den 70ern machte er Fusion-Musik und hatte 1976 sogar einen Pop-Hit:

A Song For Uranus ist das genaue Gegenteil von Pop – ambitionierter Avantgarde-Jazz:

John Handy: Querflöte, Saxello
Michael White: Violine
Mike Nock: Klavier
Bruce Cale: Kontrabass
Larry Hancock: Schlagzeug
Album: Projections
Aufnahme: 15. April 1968

„A Song of Uranus breaks out with Nock’s left hand making little thunder on the keys while his right hand whips lightning-like flashes against the celestial motif introduced by composer White, and by Handy’s soaring flute. Handy’s saxello solo and Nock’s piano „harp“ highlight the midsection. Nock achieves some unearthly effects by striking the strings inside the piano, which extends the instrument’s compass – a meteoric touch. Which evokes a feeling of passing through space, of movement. The tempo sways, bends, stops and stretches. Larry Hancock’s drum solo begets a cosmic explosion which restates the theme. A string trio impression with bowed bass, violin and flutes concludes this piece.“ (aus den Liner Notes von „Projections“)

Die Besonderheit von Uranus ist seine gekippte Rotationsachse. Sie liegt annähernd in seiner Bahnebene, er „wälzt“ sich gewissermaßen in dieser voran, da die Achse in Richtung Sonne zeigt. Als Folge dieser Neigung ist nach jedem halben Umlauf einmal die Nordhalbkugel und einmal die Südhalbkugel der Sonne zugewandt. Als Ursache der starken Achsneigung nimmt man eine Kollision mit einem großen Protoplaneten während der Entstehungsphase des Sonnensystems an.

Dazu passt dann der Titel von Johnny Hodges: Sideways

Emmett Berry: Trompete
Lawrence Brown: Posaune
Johnny Hodges: Altsaxophon
Al Sears: Tenorsaxophon
Leroy Lovett: Klavier
Lloyd Trotman: Kontrabass
Joe Marshall: Schlagzeug
Aufnahme: 13. January 1952
Album: Castle Rock
Dokumentation über den Planeten Uranus (Englisch)
English Version

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